Frankfurter Spiridon Silvesterlauf 2013: Nicht optimal, aber dennoch zufrieden

Nach den frühlingshaften Temperaturen in der letzten Dezember-Woche konnte man den 29. Dezember fast als einen Wintertag bezeichnen: Vier Grad Celsius zeigte das Thermometer, als ich mich auf den Weg zum Frankfurter Spiridon Silvesterlauf 2013 machte, begleitet von meiner Familie, die mich eifrig auf den letzten Metern zum Ziel anfeuern wollte. Meine zweite Teilnahme an diesem 10-Kilometer-Wettkampf und ein hoffentlich versöhnlicher Saisonausklang, nach einem Jahr, in dem ich fast zwei Monate dank eines Ermüdungsbruches pausieren und auch auf den Frankfurt Marathon verzichten musste. 47:55 Minuten war ich im letzten Jahr gelaufen.

Was hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen? Das wusste ich, auch als wir alle bereits im Auto saßen, noch nicht so recht. Meine bisherige Bestzeit für 10 Kilometer lag bei 44:23 Minuten, aufgestellt beim Frankfurter Halbmarathon im Frühjahr dieses Jahres. Auf den Frankfurter Spiridon Silvesterlauf hatte ich mich nicht eigens vorbereitet — eigentlich trainiere ich ja nur für die längeren Distanzen und nehme die kürzeren nur so mit —, aber ich fühlte mich fit, war die letzten Wochen eifrig im Odenwald auf meinen Trails unterwegs, einer neuen Bestzeit sollte also nichts im Weg stehen. Unter 42:00 Minuten wäre schon fein, dachte ich während der Fahrt. Aber 10 Kilometer können verdammt lang werden.

Start und Ziel ist vor der Frankfurter Commerzbank-Arena

Der Frankfurter Spiridon Silvesterlauf ist hervorragend organisiert. Der Parkplatz am Gleisdreieck ist einem solchen Event locker gewachsen (schließlich finden in der Commerzbank-Arena auch Spiele der 1. Fußball-Bundesliga statt), und von dort sind es nur ein paar Hundert Meter zur Wintersporthalle, in der man sich die Startunterlagen abholt. Zahlreiche freiwillige Helfer (einen herzlichen Dank an dieser Stelle) sorgen für einen reibungslosen Ablauf, für Getränke ist schon vor dem Lauf gesorgt.

Der Himmel, der während der Autofahrt sogar ein bisschen Blau gezeigt hatte, war jetzt wieder Wolken verhangen, als ich mich in meiner Startgruppe aufstellte, der Nieselregen hatte aber aufgehört. Dann fiel der Startschuss für die Eliteläufer, kurz darauf ging’s auch für mich und 2.097 weiteren Läufer auf die Strecke des Frankfurter Spiridon Silvesterlaufs 2013, der großteils eben über Asphalt verläuft, mit ein bisschen Stadtwald-Anteil.

Bei Kilometer 2 setzen auf einmal Kopfschmerzen ein

Der erste Kilometer ist schnell abgespult, und das Läuferfeld hat sich bereits auseinandergezogen. Man kann ungehindert laufen, auch für Überholmanöver ist gut Platz. Irgendwo zwischen Kilometer 2 und 3 setzen plötzlich Kopfschmerzen ein. Woher kommen die auf einmal? Ich habe gut geschlafen, ausreichend getrunken. Verdammt, hoffentlich werden die nicht schlimmer. Noch geht’s, noch kann ich die Schmerzen wegdenken. Dennoch laufe ich ein bisschen langsamer, aus Angst, dass sonst gar nichts mehr geht. Scheint zu funktionieren, der Schmerz wird nicht schlimmer, lässt sogar ein bisschen nach. Dennoch begleitet er mich den kompletten Frankfurter Spiridon Silvesterlauf, an die 42 Minuten glaube ich nicht mehr so recht. Meine 5-Kilometer-Zeit bestätigt dies: 21:34 Minuten zeigt meine Uhr an. Egal, weiter beißen, das Beste aus dem heutigen Tag rausholen. Passenderweise fängt es jetzt auch noch an zu regnen.

Ein fieser Hügel bei Kilometer 7, dann ist es fast geschafft

Ab Kilometer 6 läuft es wieder besser. Es geht über Waldwege, die recht matschig sind. Fast wie auf meinen normalen Laufstrecken im Odenwald. Bei Kilometer 7 geht’s noch mal einen fiesen Hügel nach oben, dann habe ich das Schlimmste geschafft. Kurz nach der 9-Kilometer-Markierung sieht man schon das Ziel. Das motiviert, treibt noch mal an. Zu den Kopfschmerzen gesellt sich ein leichtes Seitenstechen. Ist jetzt aber auch egal, denn auf der linken Seite stehen meine Kinder und meine Frau und feuern mich an.

Mit 43:18 Minuten komme ich schließlich beim Frankfurter Spiridon Silvesterlauf ins Ziel, also ein gutes Stück von den 42 Minuten entfernt. Dennoch bin ich sehr zufrieden – einen neue Bestzeit, für die ich nicht mal extra trainiert habe. So kann das Laufjahr 2013 zu Ende gehen. Und Bestzeiten sind ja ohnehin nur ein kleiner Teil im Leben eines Läufers.

Belohnung nach dem Frankfurter Spiridon Silvesterlauf 2013
Belohnung nach dem Frankfurter Spiridon Silvesterlauf 2013: Lecker und natürlich alkoholfrei.

Geschrieben von: Bert

Frankfurter Spiridon Silvesterlauf 2013: 10 Kilometer Wettkampf

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Läufe
5

5 Kommentare

  • Aber zumindest im Ziel hat die Sonne (laut Foto) nochmal durch die Wolkendecke geschaut. 🙂
    Dann ist der Abschluss doch super.

  • …bin nach dem Artikel jetzt richtig motiviert, auch wieder etwas mehr Gas zu geben.
    Starke Zeit!
    Für 2014 zahlreiche Bestzeiten wünscht
    Manfred Specht

  • Hallo Manfred,
    freut mich sehr, dich hier zu sehen. Und danke natürlich für dein Feedback. Auch für dich alles Gute für 2014 – wenn du mal ein paar Trails im Odenwald laufen möchtest, einfach melden.
    Viele Grüße
    Bert

  • Ohne Training zur Bestzeit ist in der Tat ganz nett 😉

    Glückwunsch zum gelungenen Jahresabschluss!

Mitreden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Es gelten die Datenschutzgrundsätze.