Garmin Fenix 5 und Suunto Spartan Ultra

Garmin Fenix 5: Warum ich nach vier Jahren Suunto untreu geworden bin

Das ist kein Review der Garmin Fenix 5. Auch kein Vergleichstest mit der Suunto Spartan Ultra, bei dem minuziös Daten einander gegenübergestellt werden. Ich werde darüber schreiben, warum ich nach vier Jahren, in denen ich Suunto die Treue gehalten habe, zu Garmin gewechselt bin. Kurz: Warum die Fenix 5 und nicht die Spartan Ultra?

Trauriges monochromes Display der Ambit 2

Am 1. Dezember 2013 machte ich den ersten Move mit der Suunto Ambit 2. 716 Moves später ist die Ambit nun in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Sie hat mich um die Zugspitze begleitet, um den Mont Blanc, über Gran Canaria. Sie hat mich in den vier Jahren nie im Stich gelassen, und sie funktioniert immer noch tadellos. Eine echte Notwendigkeit, eine neue Laufuhr zu kaufen, bestand also nicht. Aber von Lauf zu Lauf wirkte das monochrome Display im Vergleich zu den bunten, kontrastreichen, aktuellen Modellen trauriger. Zudem störte es mich zunehmend, dass ich für die Synchronisation der Moves die Uhr mittels USB-Kabel mit dem Computer verbinden musste.

Ein Releasedatum jenseits jeder Logik

Als im letzten Jahr die Suunto Spartan Ultra veröffentlich wurde, hätte ich sie fast vor Erscheinungstermin vorbestellt; das Werbevideo sah so vielversprechend aus, und ich bin recht empfänglich für dieses Marketing-Gedöns: „Progress beyond Logic“. Im Rückblick war es wohl eher gegen jede Logik, diese GPS-Uhr zu diesem Zeitpunkt auf den Markt zu bringen. Und vor allem war es eine bodenlose Frechheit, diese unfertige Firmware mit einer ans sich vielleicht guten Hardware überhaupt zu verkaufen.

Ich spreche hier nicht von den üblichen Bugs, mit denen man als Early Adopter rechnen muss. Nach allem, was ich gelesen habe – und ich habe zahlreiche Rezensionen gelesen –, war die Spartan Ultra in den ersten Monaten nach ihrem Release quasi nicht nutzbar. 649,- Euro kostete die preiswerteste Version ohne Brustgurt – ein recht teures Vergnügen, mit dem man als User an diesem weltweiten Beta-Testing teilnehmen durfte. Vermutlich war es die Angst im finnischen Vantaa weitere Marktanteile an Garmin zu verlieren, wenn man noch länger mit der Veröffentlichung gewartet hätte.

Suunto war für mich der Inbegriff für Zuverlässigkeit. Auch wenn die Spartan Ultra mittlerweile – acht Monate nach dem Release – wohl recht brauchbar ist, stand es für mich mittlerweile außer Frage, noch einmal eine Uhr von Suunto zu kaufen.

Garmin Fenix 5 mit Herzfrequenz-Messung am Handgelenk

Dann kündigte Garmin die Fenix 5 an, die verdammt schick aussah. Ich war mitten im Training für den Transvulcania. Und ich hatte endlich eine echte Notwendigkeit für eine neue GPS-Uhr gefunden, also so eine, ohne die es quasi nicht möglich ist, auch nur im Ansatz sinnvoll zu trainieren: Herzfrequenz-Messung am Handgelenk. Ich mag Brustgurte nicht sonderlich und lief daher zumeist nach Gefühl, das beim steten Auf und Ab im odenwälderischen Mittelgebirge trügerisch sein kann. Kurz entschlossen bestellte ich die Garmin Fenix 5 in der Saphir-Edition mit WLAN-Funktion. Habe ich es bereut, ein Early Adopter zu sein?

Zwei Wochen habe ich die Fenix 5 nun im Einsatz, bei elf Trailruns, zwei Rennradtouren und zwei Ausfahrten mit dem Mountainbike. Ich hatte mit Bugs gerechnet, mit ungewollten Neustarts, mit unvollständig übertragenen Daten. Aber die Garmin Fenix 5 funktioniert absolut zuverlässig. Ich habe keinen Grund zur Klage. Ich bin ein zufriedener Early Adopter.

Garmin Fenix 5: Sehr gutes Display, intuitive Bedienung
Garmin Fenix 5: Sehr gutes Display, intuitive Bedienung. Der Umstieg von Suunto ist mir sehr leicht gefallen.
Die letzte Aktivität
Die letzte Aktivität: Eine von zahlreichen Ansichten, die über Widgets konfiguriert werden können.
Herzfrequenzmessung
Herzfrequenzmessung: Anzeige der letzten vier Stunden.
Messung der Herzfrequenz am Handgelenk.
Die Herzfrequenmessung am Handgelenk funktioniert zuverlässig. Hierfür muss das Armband der Fenix 5 aber eng gezogen werden.

Geschrieben von: Bert.

Garmin Fenix 5 und Suunto Spartan Ultra und die Early Adopters

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich sechs Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den UTMB, den Ultra-Trail du Mont-Blanc, der einmal um den höchsten Berg der Alpen führt.

Kategorie: Tests
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4 Kommentare

  • Ich bin gespannt was du in Zukunft berichten wirst.
    So ein bisschen bin ich auch immer dabei die Fenix-User zu beneiden, aber noch will ich an meiner Ambit 3 festhalten.

    Grüße aus den Bergen

    Steve

    • Bei einer Ambit 3 wäre ich wohl auch nicht so schnell schwach geworden. Die hat ja immerhin schon Bluetooth zum Upload der Moves. Bislang bin ich einfach nur happy mit der Uhr. Aber ich werde berichten, sollte sich daran was ändern.

      Grüße aus dem Mittelgebirge
      Bert

  • Hi Bert,
    schöner Bericht.
    Ich hatte mir vor gut 10 J. mal eine Wandernavi von Garmin mit all den teuren Karten gekauft. Durch mehrfachen Rechnerwechsel in kurzer Zeit lies sich die Software auf einmal nicht mehr registrieren und der Support hat mir das mit den Rechnerwechseln nicht abgenommen.
    Fazit: Software ließ sich nicht mehr aktivieren und somit nicht mehr nutzen. Also Ende mit Schrecken und Verkauf bei eBay.
    Hast du diese Pflicht-Registrierungen für die Karten-Software und dem Gerät immer noch?
    Ich habe damit einige 100€ kaputt gemacht, daher mache ich lieber über Garmin einen Umweg.

    Grüße Guido

    • Hi Guido
      vielen Dank für dein Feedback und deine Frage. Und sorry für die späte Rückmeldung. Ich bin letzten Samstag den Transvulcania gelaufen und war sehr auf diesen Lauf fokussiert.
      Deine Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich bei meiner Fenix 5 keine Karten installieren kann. Dies kann nur die Fenix 5X, die ich nicht besitze.
      VG
      Bert

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