inov-8 Trailrunning Schuhe

Warum ich beim Laufschuhkauf immer wieder bei inov-8 lande

Kein Werbetext. Kein PR-Text, den mir inov-8 zur Veröffentlichung zugeschickt hat. Einfach ein Text, den ich schreibe, nachdem ich mal wieder an all den Schuhkartons im Flur vorbeigegangen bin. Verdächtig viele Kartons im schnöden Grau mit Fuß-Logo. Wieso greife ich immer wieder zu inov-8, wenn ich mir – mal wieder völlig unnötig – neue Laufschuhe kaufe? Abgesehen natürlich davon, dass unser Kater ebenfalls auf diese Marke vertraut, wie im Bild oben zu sehen.

In meinem Schuhregal finden sich für’s Trailrunning der 150er, 245er und 255er der Trailroc-Serie sowie der Roclite 312 GTX. Für die Straße habe ich mir den Road-X Lite 155 und den Bare-X Lite 150 angeschafft, wobei ich die Straßenmodelle bislang fast ausschließlich zum Gehen benutzt habe und nicht zum Laufen – so fit sind meine Füße noch nicht, als dass ich über Asphalt mit 0 oder 3 Millimeter Sprengung längere Distanzen zurücklegen könnte. Die Road-Modelle waren auch eher Mitnahmekäufe, da ich diese Auslaufmodelle recht günstig online erwerben konnte. Mit Cross-Fit habe ich nichts am Hut, und abseits von Trails bewege ich mich höchst selten, sodass ich die Off-Trail-Modelle von inov-8 bislang ebenfalls nicht gebraucht habe. Alle inov-8 Laufschuhe habe ich selbst gekauft. No Sponsering. Sollte inov-8, der englische Schuhhersteller aus dem nord-englischen Crooks bereits auch nur ansatzweise von mir Notiz genommen haben, würde mich dies arg wundern.

inov-8: Die Kartons der Trail-Schuhe und Road-Schuhe
inov-8: Die Kartonsammlung der Trail-Schuhe und Road-Schuhe

Arrow Shoc-Zone System macht die Schuhauswahl einfach

Wieso also immer wieder inov-8? Zum einen kommt mir das Arrow Shoc-Zone System bei meinem Umstieg auf minimalistischere Laufschuhe entgegen – ein in der Branche einmaliges System, das das gesamte Sortiment nach der Sprengung, also der Höhendifferenz von Fersen- zu Vorfußbereich, einteilt: Ein Pfeil steht für 3 Millimeter Sprengung und somit ebenfalls für mehr Dämpfung. „Zero“ steht, man höre und staune, für 0 Millimeter Sprengung. Das Sortiment von inov-8 reicht bis 9 Millimeter Sprengung, z.B. beim Roclite 312 GTX. Aber auch dieser für inov-8 Verhältnisse recht stark gedämpfte Laufschuh ist knackig und kein Komfortsofa. Wer also auf weiche Laufschuhe steht, die alles abfedern, ist bei inov-8 auf jedenfall falsch.

inov-8 macht den Umstieg auf Natural Running einfach

Darüber hinaus gefällt mir die Philosophie von inov-8, durch diese Produktpalette den Umstieg auf Natural Running zu erleichtern: Von Laufschuh zu Laufschuh kann man, wenn man denn mag, Sprengung und Dämpfung stetig verringern und so die Füße schrittweise an den natürlichen Laufstil heranführen. Die Schuhe sind sehr leicht, flach gebaut und flexibel. Die Verarbeitung kann mit der französischen Konkurrenz sehr gut mithalten, und auch das Design ist – sieht man vom Roclite 312 einmal ab – gefällig und gleichzeitig so individuell, dass sich die Schuhe auch ohne das deutliche Branding klar von der Konkurrenz abheben würden.

Abgesehen davon wächst der Markt für Trailschuhe, die auf ein gesundes Mittelmaß mit 3 oder 6 Millimeter Sprengung setzen (also zwischen einem extremen Minimalschuh und einem Gel gedämpften Monstrum), nur langsam. Nike hat mit dem Wildhorse und Terra Kiger, Puma mit dem Faas erst vor kurzem Schuhe in diesem Segment auf den Markt geworfen, die ich bis jetzt noch nicht ausprobiert habe. Irgendwie traue ich diesen Marken keine gescheiten Schuhe für’s Trailrunning zu. Vielleicht zu unrecht. Bei Asics und Adidas gibt es im Trailbereich bislang keine vergleichbaren Schuhe – da geht’s, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege, erst mit 8 Millimetern los. Sehr gerne bin ich den Salomon Sense Mantra gelaufen, der eine Sprengung von 6 Millimetern hat, aber aufgrund des miesen Kundenservices von Salomon ist mir erst mal die Lust auf diese Marke vergangen. Verdammt schade, denn der Sense Mantra war mein Lieblingsschuh für lange Distanzen. Naja, vielleicht komme ich ja irgendwann drüber hinweg und kaufe mir doch wieder einen Salomon.

Die Trailschuhe aus dem englischen Crooks sind kein Schnäppchen

Die geringe Konkurrenz zeigt sich in den Preisen für inov-8 Trailschuhe, echte Schnäppchen kann man da nur mit Glück machen. Für meine Trailroc 255 habe ich zum Beispiel 110 Euro (inkl. Versand) in einem englischen Online-Shop bezahlt; das ist zwar ein gutes Stück unter dem Listenpreis von 129 Euro, Laufschuhe von Ascis, Nike und anderen großen Herstellern bekommt man häufig aber mit sehr viel deutlicheren Rabatten.

Zu guter letzt mag ich es, mit Schuhen zu laufen, die noch nicht ganz so verbreitet sind. Da fühle ich mich so richtig individuell. Und Ihr so? Welche Marken lauft Ihr und aus welchen Gründen? Gibt es Alternativen zu inov-8?

Geschrieben von: Bert

inov-8: Natural Running Schuhe aus England

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Dies & Das
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11 Kommentare

  • Hi, hab mir eben die New Balance MR10 gekauft. Kosteten nur 52€, deswegen sind sie es geworden.
    Inov-8 hatte ich auch im Blick. Aber ich bin ein Freund von möglichst wenig Sprengung.

    Vielleicht komm ich ja auch noch mal dazu ein Paar zu kaufen. 🙂

    • Hi Benni,
      danke für deinen Beitrag. New Balance hatte ich schon mal probiert, allerdings das Straßenmodell Minimus. Hat leider gar nicht zu meinen Füßen gepasst. Daher bin ich wieder bei inov-8 geblieben.
      Viele Grüße
      Bert

      • Genau die habe ich mir jetzt geholt. Bin sehr gespannt. Die habe aber ja auch keine Sprengung.

        • Mach bloß langsam. Ich hab’s bei meinem Umstieg auf weniger Sprengung und Dämpfung übertrieben und mir einen Ermüdungsbruch angelacht. Der Umstieg lohnt sich aber – mir macht es viel mehr Spaß, „natürlich“ unterwegs zu sein, als mit Schuhen, die mir die Arbeit abnehmen.

  • Sieht schon mal sehr schön aus
    Optik ist zwar nicht das Wichtigste
    aber ich wünsche mir
    gute Optik
    einen Natural-Running-Shoe
    und leicht
    für mich ganz wichtig
    muss er sein
    darum habe mich mich für diesen

    http://www.21run.com/ru_de/grid-virrata-289122.html

    entschieden
    zum zweiten Mal
    dieses Mal sogar noch wesentlich günstiger !

    Bin schon vor ca. 2 Jahren Schritt für Schritt auf dieses neue Laufgefühl umgestiegen – und ich habe es nicht bereut – im Gegenteil – ein sehr viel besseres Laufgefühl – wie ich meine .

    • Ich bin aktuell noch in der Umstellung, bin aber sehr froh, meinen Lauftechnik geändert zu haben. Macht einfach sehr viel mehr Spaß, so zu laufen, und ist hoffentlich langfristig gesünder für die Knochen.

  • Trailschuhe nutze ich gar nicht, von daher kann ich da nichts zu sagen.

    Die leichten Modelle von inov-8 sahen trotzdem interessant aus, sodass ich mich auf die Suche gemacht hatte. Beim lokalen Händler gab es nur den f-lite 220 – und von dem wurde ich maßlos enttäuscht. Alles andere als eine flexible Sohle und ein in meinen Augen grausames Obermaterial. Dazu ist die Lasche so schmal, dass der Schuh bei mir quasi zwei große Schlitze am Spann hat.

    • Die F-Lite-Modelle gehören zu den Fitness-Modellen (Cross-Fit, Gewichtheben …) von inov-8 und sind nicht (in erster Linie) für’s Laufen entwickelt worden. Daher habe ich die auch nicht ausprobiert. Vielleicht aber der Grund, warum sie aus Läufersicht nicht richtig passen. Bei den Road- und Trail-Modelle von inov-8 habe ich keine Probleme mit der Lasche, obwohl ich einen recht hohen Spann habe. Wie flexibel die Sohle ist, hängt stark vom Modell ab. Die Bare-X Modelle lassen sich z.B. regelrecht zusammenfalten, so nachgiebig ist die Sohle – dies sind aber auch recht extreme Minimalschuhe.

  • Ich laufe meistens in meinen Trailroc 245ern. Anders als beim Fellcross 1 kann damit auch auf der Straße laufen, ohne ein komisches Gefühl zu haben. Bei mir hält die Außensohle noch gut. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht die 235er nehme, weil ich nicht verstehe, wozu die Ferse höher sein sollte. Die Schutzeinlage META-SHANK III sprach aber für den 245er. Wieso denken die Hersteller immer, daß Leute, die keine Sprengung haben wollen, auch keinen Schutz haben wollen? Inzwischen gibt es auch den 150er. Den werde ich mir als nächstes holen. Vermutlich kann ich damit aber nicht mehr auf allen meinen Wegen im Pfälzerwald laufen. Für den nächsten Winter werde ich mir vorraussichtlich den Oroc 280 kaufen. Vielleicht kommt bis dahin jedoch noch ein Spikeschuh mit weniger Sprengung auf den Markt.

    • Vielen Dank für deinen Beitrag. Stimme dir voll zu: Wenig Sprengung und Schutz sollten sich nicht ausschließen. Daher gefallen mir die Trailrocs auch sehr gut, da die Sohle gut vor spitzen Steine etc. schützt. Daher weiß ich auch nicht, ob der 150er was für dich ist. Da fehlt dieser Schutz nämlich. Ich nehme meine 150er von inov-8 daher nur zum Gehen (Wandern) oder für Wiesen, um meine Füße zu trainieren.

  • Der Trailroc 150 wird der Kontrastschuh in meiner Rotation. Ich habe Dein Video gesehen. Ich habe beim Laufen bereits immer im Hinterkopf, ob ich auf dem Weg auch mit einem richtig minimalem Schuh zurecht käme.

    Obwohl ich Trailrunner bin, finde ich die Straßeneignung von Schuhen wichtig. Wenn ich zu spät starte, laufe ich nach der Dämmerung auf Straßen zurück. Die Sohle der Trailrocs ist ein guter Kompromiß. Vielleicht sind die drei Gummimischungen für die Straßenbenutzung am sinnvollsten. Und trotz des zivilen Aussehens greift das Profil überraschend gut. Ich kann nur in das Loblied für Inov-8 einstimmen.

    Die 3 Millimeter Sprengung merke ich nicht. Umstellen mußte ich mich nicht, weil ich üblicherweise nur Schuhe ohne Sprengung trage.

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