Laufbekleidung für das Trail Running

Was mir bei Laufbekleidung wichtig ist.

Mit Laufbekleidung tue ich mich schwer. Also nicht mit dem Kaufen, Anziehen, Tragen und Ausziehen, sondern mit dem Drüberschreiben. Was schreibt man da so? Der Stoff liegt samtweich auf der Haut? Der Schweiß verbindet sich nahtlos mit dem Funktionsgewebe? Der körpernahe Schnitt schmeichelt der Läuferfigur? Zudem sind Aussagen zur Passform einfach zu subjektiv und von den eigenen Körperproportionen abhängig, als dass sie irgendwie allgemeingültig sein könnten. Mit meinen schmächtigen Schultern und durchschnittlichen 62 Kilogramm trage ich in der Regel die Größe S, manchmal auch M. Ob ein T-Shirt, das für mich perfekt ist, auch einem Läufer mit 85 Kilogramm in Größe XL genauso gut passt – wer weiß das schon. Beiträge zu Laufbekleidung sind in meinem Blog daher eher rar. Aber der Kleiderschrank ist voll mit Laufjacken, Laufshirts, Laufhosen, Beanies und Tüchern – Zeit, also zumindest mal zu schreiben, worauf es mir bei Laufbekleidung so ankommt, und ein paar meiner Lieblingsstücke vorzustellen.

Muss Bekleidung für das Trailrunning anders sein?

Gibt es einen Unterschied zwischen Laufbekleidung für die Straße und Bekleidung für das Trailrunning? Online-Shops und Hersteller wollen uns dies durch entsprechende Kategorisierungen zumindest glauben machen. Prinzipiell ist dies Blödsinn – ein tolles Laufshirt wird sich auf der Straße genauso gut anfühlen wie im Wald oder Gebirge. Nur bei Wahl der Laufbekleidung für Ultraläufe sollte man zusehen, dass sie sich auch für so lange Läufe eignet und zum Beispiel keine Nähte scheuern. Dass sich in meiner nun folgenden Vorstellung meiner Lieblingsstücke fast ausschließlich Marken für das Trailrunning finden, liegt einfach an meinen Markenpräferenzen. Nun aber genug der Vorrede: Arbeiten wir uns von oben nach unten vor, von Kopf bis Fuß, und von äußerer zur innerer Bekleidungsschicht.

Kopfbedeckung

Irgendetwas brauche ich auf dem Kopf. Ich beneide immer ein wenig die Läufer, die ohne Kopfbedeckung laufen können. Bei mir gehören aber Laufkappe, Beanie (im Winter), Headband oder Multifunktionstuch fest zur Laufbekleidung dazu, sonst läuft mir der Schweiß in die Augen. Anfangs war ich immer mit Laufkappe unterwegs: Lieblingsmodell ist da die Nike Daybreak, die auch noch nach 14 Stunden nicht stört und tapfer den Schweiß aufsaugt. Aktuell laufe ich lieber mit den Multifunktionstüchern von Buff oder P.A.C. – das Sichtfeld ist größer und die Dinger sehen irgendwie trailiger aus. Also ganz sachliche und vernünftige Gründe.

Laufjacken

Bei Laufjacken ist mir vor allem eines wichtig: Sie müssen eine Kapuze haben. Wenn ich im Herbst oder Winter unterwegs bin, wärmt mich das Beanie auf dem Kopf höchstens die erste Stunde, dann kühlt die Kopfhaut durch den Schweiß aus. Kapuze drüber und gut ist – der Kopf wird gewärmt, die nächsten Kilometer können kommen. Ansonsten muss die Laufjacke natürlich atmungsaktiv sein und leicht und eine Reißverschlusstasche wäre auch noch ganz nett. Für lange Trails oder Ultratrail-Wettkämpfe muss sie wasserdicht sein, ansonsten reicht es auch aus, wenn sie windabweisend ist.

Montane Minimus

Die Montane Minimus ist mein absoluter Liebling unter den Trailjacken: absolut wasserdicht, super leicht, top verarbeitet. Es gibt sie in drei Versionen: Montane Minimus Mountain Jacket mit Brusttasche und zwei richtig großen Seitentaschen, Montane Minimus Jacket mit extra großer Brusttasche und den Montane Minimus Smock mit großer Brusttasche. Mit keiner Version macht man etwas falsch: die Mountain Jacket ist am besten ausgestattet, wiegt dafür mit 256 Gramm in Größe M aber auch am meisten. Der Smock ist eher minimalisch, aber dafür 146 Gramm leicht. Ich besitze die Mountain Jacket für lange Winterläufe und die alpinen Ultratrails und den Smock für alle anderen Läufe, bei denen es nass werden könnte.

Trailjacke Montane Minimus Smock
Trailjacke Montane Minimus Smock
Montane Minimus Mountain Jacket
Jacke für Ultraläufe in den Bergen: Montane Minimus Mountain Jacket

Salomon S-Lab Light Jacket

Sagte ich eben, dass eine Jacke unbedingt eine Kapuze haben müsse? Eine Ausnahme muss ich machen, und zwar bei meiner Frühlings-Sommer-Jacke, der Salomon S-Lab Light Jacket, die ich trage, wenn es früh morgens noch richtig frisch ist und der Körper bei einem sehr langen Lauf aufgrund der Erschöpfung zu frösteln beginnt. Die Jacke ist super leicht, ein Hauch von Nichts, der perfekt zu dieser Jahreszeit passt. Eine Kapuze braucht es in diesem Fall einfach nicht.

Laufjacke von Salomon
Weniger geht nicht – die leichte Laufjacke von Salomon

Laufshirts

Nein, es folgt nicht der übliche Verdächtige im Trailrunning – das S-Lab Exo Zip Tee passt mir nämlich so gar nicht. Die Größe S ist zu klein, M irgendwie zu groß und sitzt bei mir komisch an Schultern und Oberarmen. Laufshirts mit Reißverschluss mag ich aber trotzdem, da sich so gut die Wärme regulieren lässt: die Sonne kommt raus, Reißverschluss auf; die Sonne versteckt sich hinter Wolken, Reißverschluss zu. Dies bezieht sich sowohl auf kurze also auch lange Shirts. Wenn es ganz heiß wird, laufe ich in ärmellosen Singlets.

inov-8 Base Elite

Tolle Laufbekleidung macht mittlerweile inov-8. Lieblingsshirts sind das kurze Race Elite und das Longshirt Race Elite, beide verfügen über einen Front-Reißverschluss.

Laufshirt von inov-8: Race Elite.
Laufshirt von inov-8: Race Elite.

Gore Running Wear Magnitude 2.0 Zip Shirt

Bei Gore Running bin ich zwiegespalten, da mich die Qualität schon ein-, zweimal enttäuscht hat (hakende Reißverschlüsse, frühzeitiger Abrieb am Stoff) und die Preise (wie auch bei Salomon) absurd hoch sind. Aber gerade bei Gore Running kann man in diversen Online-Shops schöne Schnäppchen machen. So auch beim Magnitude 2.0 Zip Shirt, das ich für knapp 30 Euro ergattern konnte. Vielleicht ist es auch deswegen einer meiner Lieblinge geworden. Sicher auch wegen der zwei Seitentaschen, in die sogar Soft-Flasks passen.

Magnitude Shirt von Gore Running
Magnitude Shirt von Gore Running. Nicht zu sehen auf dem Foto: die seitlichen Taschen.

Laufhosen

Bei Laufhosen mag ich Modelle mit integrierter Tight. Tights selbst mag ich, zumindest bei kurzen Hosen, nicht so gerne, aber das allein aus optischen Gründen. Lieblingswinter-Hose ist die aktuell nicht lieferbare Salomon Windstopper Trail Tights, die auch bei Minustemperaturen perfekt wärmt. Ansonsten laufe ich bis ca. +3° Celsius mit kurzer Hose, erst darunter wird es lang.

inov-8 Race Elite Trail Short

Eine Laufshort, die ich seit ein paar Monaten sehr gerne laufe, ist die inov-8 Race Elite Trail Short. Schönes Feature ist die wasserabweisende Oberhose; bei einem langen Trainingslauf im Dauerregen blieben die Oberschenkel daher angenehm trocken.

Trailshorts mit wasserabweisender Oberhose.
Trailshorts mit wasserabweisender Oberhose.

Salomon S-Lab Exo Twinskin Short

Fast schon ein Klassiker und, wie man bei Trailwettkämpfen beobachten kann, eine sehr beliebte Trailshorts, ist die Exo Twinskin Short. Mit dieser Shorts bin ich alle bisherigen Ultras gelaufen. Sie trägt sich so angenehm, dass man quasi vergisst, dass man sie anhat. Die Kompression ist allerdings zu vernachlässigen – die Innenhose ist einfach eine etwas engere Tight.

Laufshorts von Salomon
Laufhose für Ultraläufe: die S-Lab Exo Twinskin von Salomon.

Laufsocken

Hier kann ich es kurz machen, denn Laufsocken gehören zu der Laufbekleidung, die ich bereits rezensiert habe: kurze Läufe bis zu 20 Kilometern laufe ich mit den CEP Short Socks, lange Läufe mit den CEP Run Socks 2.0.

So, unten bei den Füßen angekommen und meine Lieblingsstücke zurück in den Kleiderschrank geräumt. Welche Laufbekleidung tragt Ihr gerne? Was ist Euch wichtig? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Geschrieben von: Bert

Laufbekleidung – ein paar Lieblingsstücke vorgestellt

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Tests
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