Mainz Marathon

Meine ersten 42,195 K bin ich beim Mainz Marathon gelaufen

Eigentlich wollte ich meinen ersten Marathon in Frankfurt am Main laufen, und zwar im Oktober 2012. Eigentlich. Denn ein Muskelfaserriss vier Wochen vorher verhinderte erfolgreich meine Teilnahme. Verantwortlich machen konnte ich leider nur mich, weil ich so blöd war, beim Bensheim Halbmarathon einen Schlussspurt einzulegen, um auf den letzten zweihundert Metern nach knapp 1:44 h noch mal drastisch meine Zeit zu verbessern. Ich sag ja, Blödsinn. Nun also der Novo Nordisk Gutenberg-Marathon oder kurz Mainz Marathon.

Viel Regen vor dem Start beim Mainz Marathon 2013

Bis zwanzig Minuten vor Start regnete es noch in Strömen. Dann blieb es zum Glück trocken – sieht man von einem kurzen Schauer bei Kilometer 38 einmal ab -, und ich stellte mich im Startbereich auf. Nicht so optimal: Im Startbereich beim Mainz Marathon waren keine Tafeln mit Zielzeiten angebracht, sondern farbige Luftballons; die Farbe musste man mit der Farbe der Startnummer abgleichen, um sich richtig einzusortieren. Hatte nur leider kaum jemand gemacht, was für einen recht chaotischen ersten Kilometer sorgte. Ich hatte mir eine Zielzeit von unter 3:45:00 vorgenommen, bei optimalen Verlauf von unter 3:40:00. Ich gehörte also sicher nicht zu den schnellen Läufern und musste trotzdem zahlreiche Überholmanöver
einleiten.

Gute Organisation, zahlreiche Verpflegungsstationen

Sonst war der Lauf aber sehr gut organisiert und auch die Stimmung war bestens: Alle drei Kilometer eine Verpflegungsstation (da konnte man problemlos auch mal eine auslassen) und richtig viel Lärm vom Publikum am Straßenrand. Ich lief nur nach Puls (blieb recht konstant bei 156) und achtete erst mal gar nicht auf die Zeit. Dann war die erste Runde rum: Für die Halbmarathon-Läufer ging’s rechts raus ins Finish, die Marathon-Läufer liefen auf der linken Seite in Runde zwei. Ich lag bei 1:49:00 und fühlte mich noch richtig fit. Aber wie hatte ich immer gelesen: Der Marathon beginnt erst bei Kilometer 32. Also abwarten.

Mainz Marathon: Das Feld der Eliteläufer kurz nach dem Start.
Mainz Marathon: Das Feld der Eliteläufer kurz nach dem Start.
Mainz Marathon: Rückenansicht von mir in der zweiten Runde. Das Ziel ist nicht mehr fern.
Mainz Marathon: Rückenansicht von mir in der zweiten Runde. Das Ziel ist nicht mehr fern.

Auf der zweiten Runde merkte ich dann, dass der Gutenberg-Marathon eigentlich ein Halbmarathon ist, denn das Läuferfeld hatte sich nun merklich gelichtet: 7.900 Halbmarathon-Teilnehmer, 1.100 Marathonläufer und 423 Läufer, die sich für die ebenfalls angebotene 2/3-Distanz entschieden hatten, waren an den Start gegangen. Klar, dass jetzt nicht mehr soviel los war. Das betraf leider auch das Publikum am Straßenrand: Die zweite Runde war sehr leise, und eigentlich war nur noch in der Altstadt was los. Schade.

Runner’s High nach Kilometer 32 auf der Marathon-Strecke

Noch immer fühlte ich mich sehr gut, auch wenn die Beine langsam schwer wurden. Mein Puls lag bis Kilometer 32 nun bei durchschnittlich 162, also alles noch im grünen Bereich. Ich schaute auf die Zeit: Ich war immer noch sehr schnell unterwegs, schneller als geplant. Einerseits machte mir dies ein bisschen Angst, denn mittlerweile überholte ich die ersten Läufer, die nur noch gehen konnten. Andererseits konnte ich bei diesem Tempo auch die 3:40:00 packen. Ich entschied mich, weiter Tempo zu machen, und dann kam der gefürchtete Kilometer 32. Einbruch? Nein, im Gegenteil, jetzt folgte der für mich beste Streckenabschnitt und ich lief nun mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4,56 m/km. Ein richtiges Runner’s High. Bei Kilometer 35 nahm ich mein letztes Gel (ab Kilometer 15 hatte ich alle halbe Stunde ein Gel zu mir genommen), dieses Mal mit Koffein.

Die letzten zwei Kilometer waren dann nur noch Beißen und am Vordermann orientieren. Beim Puls hatte jetzt die 170 erreicht. Egal, du bist fast da, fast im Ziel, sagte ich mir. Und es war egal. Mit 3:36:06 hatte ich meine Zielzeit locker unterboten.

Ob ich den Mainz Marathon noch einmal laufen würde? Eher nicht. Und wenn dann nur die halbe Distanz, denn da ist ordentlich was los auf den Straßen.

Geschrieben von: Bert

Mainz Marathon 2013 mit Runner’s High bei KM 32

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Läufe
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