Merrell Bare Access Trail

Was ich am Merrell Bare Access Trail so mag

Ich mag den Merrell Bare Access Trail. Sehr sogar. Warum? Dazu gleich mehr, erst einmal die wichtigsten Fakten: Der Bare Access ist ein Trailschuh ohne Sprengung, einen Absatz sucht man also vergebens. Das Gewicht in Größe 44.5 beträgt nachgemessene 272 Gramm (inklusive ein paar kleiner Erdklumpen vom letzten Lauf). Eine Fersenendkappe, die an der Achillessehne scheuern könnte, ist nicht vorhanden. Die Sohle stammt von Vibram.

Hervorragende Sohle von Vibram

Beim ersten Lauf dachte ich: Verdammt, ist das eine unflexible Sohle, als hätte man ein Brett am Fuß. Aber dies gibt sich spätestens beim zweiten Lauf. Die Vibram-Sohle möchte erst locker gelaufen werden. Dann bietet sie das perfekte Maß an Flexibilität und Schutz. Und sie bietet auch richtig viel Gripp. Mittlerweile bin ich über 100 Kilometer mit dem Bare Access Trail von Merrell gelaufen, überwiegend bei richtig miesem Wetter, über nasse Stein und durch Matsch, uphill und downhill – auf die Vibram-Sohle war stets Verlass.

Im Vergleich zu anderen Zero-Drop-Schuhen schlägt der Merrell Bare Access Trail zudem einen guten Mittelweg ein. Während ein Altra sehr stark gedämpft ist, so dass das Gefühl für den Untergrund verloren geht, oder ein Vivobarefoot keinerlei Dämpfung hat, bietet der Bare Access mit der 8mm Dämpfung einen guten Rest-Komfort: Der Trailschuh ist definitiv auf der knackigen Seite, aber dennoch so komfortabel, dass auch Distanzen mit bis zu 15 Kilometern kein Problem für mich waren. Der breite Vorfußbereich gibt den Zehen viel Raum sich zu entfalten, eingeengt wird man nicht.

Gore-Tex für trockene Füße

Ich habe die Merrell in der Gore-Tex-Ausführung. Normalerweise bin ich kein Fan von wasserdichten Membranen im Schuhwerk, da die Atmungsaktivität darunter leidet. Und Schweißfüße braucht nun wirklich niemand. Da ich die Bare Access aber erst seit Oktober laufe, hat die Gore-Tex-Membran eher dafür gesorgt, dass meine Füße angenehm warm und trocken waren. Der Bare Access ist sozusagen ein sehr guter Herbst-Winter-Barfußschuh. Wie er sich im Sommer schlägt? Ich werde es im Lauf dieses Jahres testen, aber ich vermute mal, dass er dann eher im Regal stehen bleiben wird.

Gutes Training für die Waden

Klar ist: Wer sich auf einen Zero-Drop-Schuh einlässt, muss wissen, was er tut. Ich laufe zumeist Schuhe mit einer Sprengung von 4 Millimetern. Und man mag kaum glauben, was diese 4 Millimeter ausmachen können. Ich habe es im Rahmen dieses Tests getestet: Nach vier Tagen, an denen ich täglich zwischen 10 und 14 Kilometer mit dem Bare Access Trail gelaufen bin, waren meine Waden hart wie Stein und konnten erst nach zwei Tagen intensiver Blackroll-Bearbeitung wieder gelockert werden. Bei einem Zero-Drop-Schuh – insbesondere bei einer eher knackigen Dämpfung wie beim Merrell – muss der eigene Köper mehr arbeiten, das Dämpfen übernehmen die Waden.

Fazit: Für wen eignet sich der Merrell Bare Access Trail?

Also, was mag ich nun am Bare Access Trail von Merrell:
– Die hervorragende Sohle von Vibram mit Grip, wann immer man ihn braucht.
– Die knackige Dämpfung mit ausreichend Schutz und Komfort.
– Den breiten Vorfußbereich und das Fehlen einer starren Fersenkappe.
Wenn ich etwas am Bare Access nicht mag, dann ist es dich doch eher biedere Optik. Er sieht einfach ein bisschen langweilig aus, was zugegebener Maßen die Funktion nicht wirklich beeinträchtigt, aber sexy ist halt irgendwie anders.

Für wen ist der Merrell Bare Access Trail dir richtige Wahl? Für jeden Trailläufer, der Abwechslung ins Training bringen möchte. Für jeden Trailläufer, der seine Lauftechnik verbessern möchte, denn die geringe Dämpfung und die fehlende Sprengung sorgen dafür, dass man stärker auf seinen Laufstil achtet. Für jeden Trailläufer, der richtig knackige Waden haben möchte. Aber Achtung: Der Merrell Bare Access Trail fällt klein aus. Besser eine halbe Nummer größer bestellen.

Der Merrell Bare Access Trail GTX mit Gore Tex Membran
Der Merrell Bare Access Trail GTX mit Gore Tex Membran
Die Vibram-Sohle ist hervorragend und bietet richtig viel Gripp.
Die Vibram-Sohle ist hervorragend und bietet richtig viel Gripp.
Ausreichend Schutz für die Zehen.
Ausreichend Schutz für die Zehen.
Fersenbereich ohne harte Endkappe, die die Achillessehne stören könnte.
Fersenbereich ohne harte Endkappe, die die Achillessehne stören könnte.

Der Merrell Bare Access Trail wurde mir von der PR-Agentur Krauts aus München kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf meine Bewertung. Vorgefertigte Meinungen haben im meinem Blog nämlich nichts zu suchen.

Geschrieben von: Bert.

Merrell Bare Access Trail – ein Zero-Drop-Schuh

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Tests
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1 Kommentar

  • Hi,
    ich liebäugele ja schon länger mit Merrell-Schuhen. Allerdings habe ich einen Hohlfuß. Das hat mir bei der Nutzung der New Balance Minimus Road/Trail irgendwann Probleme mit eben diesem Fuß verursacht.

    Seitdem habe ich etwas Angst davor solche Schuhe zu verwenden (und sei es nur für ganz kurze Entspannungsläufe). Aber schick sind sie und das Prinzip der Schuhe gefällt mir auch sehr. 🙂

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