Natural Running – Mein Umstieg auf einen natürlichen Laufstil

Mein Natural Running Projekt: Vom Fersen- zum Mittelfußläufer

Noch jemand, der zum Thema Natural Running schreiben muss? Ja.

Vorweg: Ich will hier keine Philosophie vertreten. Jeder soll selbst entscheiden, ob er auf dem Vorfuß, Mittelfuß oder der Ferse landen möchte und ob er dabei stark gedämpfte oder minimalistische Schuhe trägt. Mich persönlich haben Bücher wie „Born to run“ oder die Dokumentation „Das Geheimnis des perfekten Läufers“ oder auch Die Laufbibel von Matthias Marquardt überzeugt. Und so startete ich nach meinen letzten Wettkämpfen in der ersten Jahreshälfte 2013 (Mainz Marathon, Halbmarathon bei der Staffelteilnahme beim Kraichgau Triathlon) das Projekt Natural Running.

Im Wald, auf natürlichem Untergrund macht Natural Running natürlich am meisten Spaß
Im Wald, auf natürlichem Untergrund macht Natural Running natürlich am meisten Spaß.

Was verstehe ich unter dem Begriff „Natural Running“?

Vorab sollte ich vielleicht kurz erläutern, was ich unter Natural Running verstehe. Ist ja nicht ganz unwichtig.

1. Zum einen möchte ich mich von einem Fersenläufer zu einem Vorfuß- bzw. Mittelfußläufer entwickeln.

2. Zum anderen möchte ich Schuhe mit möglichst geringer Dämpfung und Sprengung tragen.

Am Ende der Umstellung soll nach Möglichkeit eine Zero-Drop-Schuh stehen, der also keinen Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß hat. Wenn sich dies als nicht machbar, doch zu unkomfortabel oder anderswie mistig anfühlen sollte, versuche ich die nächst höhere Dämpfungskategorie, bis der Schuh auch für lange Distanzen passt. Das Laufen soll schließlich Spaß machen. Der englische Schuhhersteller inov-8 hat sein komplettes Sortiment nach Sprengung und Dämpfung sortiert: Schuhe mit drei Pfeilen auf der Ferse haben 9 Millimeter Sprengung, mit zwei Pfeilen 6 Millimeter, mit einem Pfeil 3 Millimeter und wo „Zero“ draufsteht, ist dann auch Zero drin: Null Millimeter Sprengung. Mein Ziel ist die Zero-Kategorie, wenn ich mich dann aber bei 3 oder 6 Millimeter wohler fühle, bleibe ich bei diesen Schuhen. Wobei inov-8 nur ein Beispiel ist, andere Marken laufe ich auch gerne.

Warum ich meine Lauftechnik umstellen möchte

Warum ich meinen Lauftechnik umstellen möchte? Zum einen bin ich davon überzeugt, wie eingangs bereits erwähnt und die Bezeichnung nahelagt, dass Natural Running unser natürlicher, sozusagen angeborene Laufstil ist und erst die Schuhindustrie mit ihren Modellen mit den hohen Absätzen uns zu Fersenläufern gemacht hat; ich möchte, dass mein Körper arbeitet, die Muskeln und Sehnen abfedern und nicht die dicke Polsterung eines Schuhs mir die Arbeit abnimmt. Zum anderen möchte ich lange, bis ins hohe Alter laufen, und das Laufen auf dem Mittelfuß ist auf lange Sicht schonender für die Knochen, insbesondere für die Knie, die beim Landen auf der Ferse komplett durchgestreckt sind. Und zu guter letzt macht mir Natural Running – das kann ich nach ein paar zaghaften Versuchen über ein paar Hundert Meter schon sagen – mehr Spaß als das Fersenlaufen. Es fühlt sich lockerer und leichtfüßiger an.

Natürliches Laufen in fortlaufenden Beiträgen

In fortlaufenden Beiträgen werde ich meine Erfahrungen zusammenfassen. Es geht ausschließlich um meine Erfahrungen bei der Umstellung. Die Beiträge sind daher nicht als Empfehlung zu verstehen, wie man seinen Laufstil ändern sollte. Dafür ist bei mir, wie im ersten Beitrag nachzulesen, viel zu viel schief gelaufen.

Projektbeginn: Der Einstieg ins Natural Running wurde leider jäh unterbrochen, da ich es übertreiben musste und mir einen munteren Ermüdungsbruch im Mittelfuß zuzog. Schade, denn das Projekt hatte eigentlich gut begonnen.

Teil 2 – Mittelfußlauf: Danach lief es wesentlich besser, denn die Technikumstellung ging rasend schnell – viel schneller als erwartet. Nach nur wenigen Wochen musste ich nicht mehr darüber nachdenken bzw. mich nicht mehr darauf konzentrieren, auf dem Mittelfuß zu landen.

Teil 3 – Es läuft: Natural Running ist jetzt fast Laufalltag geworden. Dennoch war immer wieder Vorsicht geboten, wenn der Körper meldete, dass es ihm jetzt doch ein bisschen zu viel wird.

Teil 4 – Barfußlaufen: Nach dem Salomon Sense Mantra bin ich nun auch einen Schuh mit nur 3 Millimetern Sprengung gelaufen – den Trailroc 245 von inov-8. Verblüffend, was ein 3 Millimeter niedrigerer Absatz für Auswirkungen auf das Laufgefühl hat.

Teil 5 – Schuheinlagen: Passen orthopädische Schuheinlagen und Natural Running zusammen? Bislang habe ich um dieses Thema einen weiten Bogen gemacht.

Teil 6 – Sehnenbelastung: Eine Entzündung hervorgerufen durch eine zu starke Sehnenbelastung. Lag’s am Natural Running Laufstil? Oder doch an den Einlagen?

Teil 7 – Projektabschluss: Nach einem guten Jahr geht mein Natural Running Projekt zu Ende. Habe ich meine Ziele alle erreicht? Die Antwort darauf gibt’s hier wie auch ein obligatorisches Fazit.

Ihr habt eine Frage oder wollt meinen Umstieg kommentieren? Dann klickt doch oben im Menü auf „Projektabschluss“, dort könnt Ihr einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich über Euer Feedback.

Geschrieben von: Bert