Technikumstellung auf Vorfußlauf – Projektbeginn

Vorfußlauf – Technikumstellung mit Hindernissen.

[05.08.2013] Mein Umstieg auf Natural Running begann Anfang Juni 2013, in einer Trainingsphase, in der ich das Laufpensum von durchschnittlich 50 bis 70 Kilometern pro Woche auf 20 Kilometer reduzierte. Dabei stellte ich nicht sofort auf den Mittelfuß-, sondern erst mal auf den Vorfußlauf um. Ich lief Strecken mit einer Länge von maximal sieben Kilometern, immer mit wenigstens einem Tag Pause zwischen den Läufen, ausschließlich auf Waldboden.

Vorfußlauf macht gerade bei Steigungen Spaß
Kurzer Trail von der Wiese in den Wald. Hier lässt es sich auch im Hochsommer gut laufen. Gerade bergauf macht der Vorfußlauf Spaß.

Auch bei den Schuhen wechselte ich ab: Zwischen dem Roclite 285 von inov-8 (siehe meinen Beitrag „Laufschuhkauf online oder im Laden?“) und dem Asics Excel 33, der aufgrund der starken Dämpfung und Sprengung von 10 Millimetern eher ein normaler Trainingsschuh ist, mit dem ich zuvor bereits Strecken von bis zu 25 Kilometern gelaufen war.

Moderates Laufpensum am Anfang der Laufumstellung

Ich ging davon aus, dass das beschriebene Laufpensum moderat genug war, um keine Probleme zu bekommen: Ich hatte die Streckenlänge drastisch reduziert, die Anzahl der Läufe und lief, wie beschrieben, abwechselnd mit meinem gewohnten Laufschuh. Zudem hatte ich bereits seit gut einem Jahr jede Gelegenheit genutzt, um Barfuß zu laufen: zu Hause, im Garten, auf der Straße auf dem Weg zum Nachbarn. Ich dachte also, dass ich vernünftig das Projekt heranging. Dachte ich.

Vom Vorfußläufer zum Aircast Walker

Erst einmal machte mir der neue Laufstil (vom Fersen- zum Vorfußlauf) verbunden mit dem sehr viel direkterem Laufgefühl richtig Spaß. Es fühlte sich absolut richtig an, so zu laufen. Durch die geringe Dämpfung des Roclite kam ich gar nicht in Versuchung, auf der Ferse zu landen, denn das ist mehr als unangenehm. Es gelang mir aber nicht, direkt vom Fersen- auf Mittefußlauf umzustellen. Die ersten Läufe bin ich ausschließlich auf dem Vorfuß gelandet, was mir einen höllischen Muskelkater in den Waden bescherte. Diese noch radikalere Umstellung der Lauftechnik auf Vorfußlauf fiel mir aber sehr viel leichter. Gerade am Anfang war ich mir, wenn ich auf dem Mittelfuß landete, unsicher, ob ich nicht doch zuerst mit der Ferse den Boden berührte. Diese Gedanken hatte ich beim Vorfußlauf nicht, da kommt die Ferse ja gar nicht erst ins Spiel, und so orientierte ich mich automatisch eher darauf, auf den Fußballen zu landen. Zumal ich bei meinen Läufen im Odenwald ohnehin viel bergauf unterwegs bin, da ist der Vorfußlauf fast die natürliche Lauftechnik.

Dann nach drei Wochen hatte ich leichte Schmerzen auf dem Fußrücken. Ich zum Arzt, dort den Fuß geröntgt, nichts zu sehen, Überweisung für ein CT. Fünf Tage später das Ergebnis: zwei Haarrisse im Mittelfuß, vier Wochen musste ich einen Aircast Walker (abnehmbarer Gips) tragen. Großartig.

Noch behutsamere Umstellung der Lauftechnik

Trotz der Verletzung werde ich mit dem Projekt weitermachen. So zu laufen fühlt sich für mich einfach richtig an und bringt mir sehr viel mehr Laufspaß, auch wenn ich erstmal beim Vorfußlauf steckengeblieben bin. Allerdings werde ich noch behutsamer an die Umstellung gehen. Sicherlich war die Kombination der Umstellung auf Vorfußlauf bei gleichzeitig gering gedämpften Schuhen zu viel für meine Knochen.

Erstmal werde ich nur einmal die Woche „natürlich“ laufen und nur auf kurzen Distanzen von zwei bis drei Kilometern. Für das Fußtraining im Alltag habe ich mir zudem den Ra von Vivobarefoot gekauft, um auch tagsüber im Büro meine Füße zu trainieren. Als neuen Schuh für meine Waldläufe habe ich den Salomon Sense Mantra gekauft, der sich gerade für den Einstieg ins natürliche Laufen (für Mittelfuß- und Vorfußlauf) eignen soll, da er noch recht gut gedämpft ist bei gleichzeitig geringer Sprengung von sechs Millimetern. Ich werde berichten im zweiten Teil des Projekts.

Hier geht’s zur Übersichtsseite Mein Natural Running Projekt.

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Geschrieben von: Bert