Nach 1.000 Kilometern: Die Nike+ SportWatch GPS

Die Nike+ SportWatch (Modell 2012) ist meine dritte Pulsuhr, die erste mit GPS-Funktionalität. Die Suche nach der perfekten oder zumindest optimalen GPS-Laufuhr kann sich schnell zu einer Recherche wie bei einer kleinen Doktorarbeit ausweiten – egal welches Produkt man sich genauer vornimmt, neben zahlreichen positiven Bewertungen gibt stets auch so viele negative Kommentare, dass man doch wieder ins Zweifeln gerät, ob die gewählte Uhr wirklich die richtige ist. Ich habe mich schließlich für die Nike+ SportWatch entschieden, und zwar aus den folgenden Gründen:

– alle Funktionen (dazu gleich mehr), die ich benötige;

– großes, gut ablesbares Display;

– positives Feedback zum GPS-Empfang auch im Wald (wo ich meistens unterwegs bin);

– integrierter USB-Anschluss zur Datenübertragung;

– und auch das Design fand ich deutlich schicker als bei den vergleichbaren Garmins & Co.

Nike+ SportWatch GPS: Die Qualität ist gut - auch nach über 1.000 Kilometern keine Kratzer oder übermäßige Gebrauchsspuren.

Mit über 1.000 Laufkilometern habe ich die Nike+ SportWatch ausgiebig getestet. Restlos überzeugen konnte die Uhr mich nicht, auch wenn ich den Kauf nicht bereut habe.

Funktionen der GPS-Uhr für das Lauftraining

Klar, die Uhrzeit kann sie anzeigen und ich kann mich auch durch einen Alarm wecken lassen und meine Zeit stoppen. Interessant sind aber an dieser Stelle die Trainingsfunktionen:

1. Die Anzeigen beim Lauf: zurückgelegte Entfernung, Laufzeit, aktuelle Geschwindigkeit oder wahlweise aktuelles Tempo (wird über die Software am Computer eingestellt), Durchschnittsgeschwindigkeit oder ebenfalls wahlweise Durchschnittstempo, Kalorien, Puls (in Kombination mit dem optionalen Polar Brustgurt Nike+ WearLink) und Uhrzeit. Über die Software wird eingestellt, welcher Wert groß dargestellt wird (bei mir der Puls), die anderen Werte lassen sich über die Tasten links an der Uhr durchschalten.

2. Trainingseinstellungen: Intervallläufe (Distanzen einstellbar für schnelle und langsame Einheiten) oder Runden (automatisch oder manuell).

Positive Punkte zur Nike+ SportWatch

1. Das Training mit der Intervalllauf-Funktion ist sehr komfortable. Das akustische Signal ist gut während des Laufens zu hören (kopfhörerfreie Ohren vorausgesetzt), so dass man beim Wechsel zwischen den Einheiten nicht auf die Uhr schauen muss.

2. Durchdacht ist auch die manuelle Rundenzählung: Es reicht aus, einmal kurz ein wenig kräftiger mit dem Zeigefinger auf das Display zu klopfen und schon beginnt die nächste Runde.

3. Die Verbindung zum Polarbrustgurt zur Pulsmessung ist optimal: Er wird sofort gefunden und hält die Verbindung ohne Unterbrechung. (Vorher bin ich mit zwei Pulsuhren von Sigma gelaufen, da hatte ich diesbezüglich laufend Probleme und musste mitten im Lauf den Trainingsmodus beenden und wieder neu starten.) Achtung: Der Brustgurt ist nicht im Lieferumfang enthalten und muss separat gekauft werden.

4. Die Verbindung und der Upload zum Nike+ Internetportal klappt problemlos und die Daten, die man (ausschließlich) online abrufen kann, sind für mich zur Analyse absolut ausreichend. Die gelaufene Strecke wird über Google Maps dargestellt.

Negative Punkte zur Laufuhr von Nike

Was mich an der Nike+ SportWatch stört, sind hauptsächlich zwei Punkte:

1. So ca. jeden fünften Lauf braucht die Uhr sehr lange, um das GPS-Signal zu finden. Drei, vier Minuten musste ich schon mal warten, und dann steht man rum wie bestellt und nicht abgeholt. Ob das daran liegt, dass wir im ländlichen Bereich ohne ausreichende GPS-Abdeckung leben, kann ich nicht beurteilen.

2. Ohne den Schuhsensor sind die Angaben zur aktuellen Geschwindigkeit praktisch nicht zu gebrauchen. Insbesondere im Wettkampf, wenn man seine Geschwindigkeit kontrollieren möchte, sollte man daher unbedingt mit Schuhsensor laufen.

3. Kein wirklicher Kritikpunkt, aber ein Wunsch: Eine Warm-up- und Cool-down-Funktion (zum Beispiel fünf Minuten oder 1 Kilometer) für die Intervallläufe wäre gut, denn man gibt ja nicht gleich Vollgas, wenn man mit dem Training beginnt.

Ich bin zwar im großen und ganzen zufrieden mit der Uhr. Doch gerade der verzögerte GPS-Empfang ist störend, so dass ich derzeit eher dazu tendieren würde, eine andere Uhr auszuprobieren. Auch weil der Preis von insgesamt 219 Euro (169 Euro für die Uhr und 50 Euro für den Brustgurt) kein Schnäppchen ist. Fragt sich nur, ob andere Hersteller dieses Problem nicht haben. Manche Rezensionen berichten nämlich davon…

Geschrieben von: Bert

Nike+ SportWatch GPS im Test nach 1.000 Kilometern

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Tests
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8 Kommentare

  • Verzögerter GPS-Empfang ist eigentlich normal. Je nach Ort ist der Empfang vor allem im oder direkt vor dem Haus nicht besonders prächtig. Ich lege meine GPS-Uhr eigentlich immer vorher auf die Fensterbank und lasse sie dort ein paar Minuten liegen, bis ich ansonsten fertig bin. Wenn ich gerade Pech habe, reicht aber auch das nicht. Das gilt aber für alle GPS-Uhren.

  • Aber drei bis vier Minuten? Ich bin jetzt zwei Mal mit der Garmin Forerunner 10 meiner Frau zum Vergleich gelaufen. Die hat das GPS-Signal binnen zwanzig Sekunden gefunden. Klar, zwei Läufe sind zu wenig für ein echtes Urteil. Aber wenn alle GPS-Uhren, wie du schreibst, so lange brauchen, dann sollten die Hersteller mal kräftig nachbessern. Wirklich billig sind die Dinger ja alle nicht.

    In letzter Zeit habe ich auch Zweifel, was die gemessene Entfernung bei der Nike+ anbelangt. Offizielle Streckenlänge der Mountainbike Strecke Breuberg 2 liegt bei 20km. Beim ersten Lauf misst die Nike+ 18,6km, beim zweiten 19,7km, beim dritten dann 19km. Mit kleineren Abweichungen kann ich leben, aber diese Unterschiede sind doch extrem. Was meinst du? Wie messen die anderen GPS-Uhren?

  • Hi,
    vielen Dank für die Infos. Unter „Funktionen der GPS-Uhr“ schreibst du „Die Anzeigen beim Lauf: … aktuelle Geschwindigkeit oder wahlweise aktuelles Tempo“.
    Was ist denn hier der Unterschied zwischen Geschwindigkeit und Tempo?
    Schöne Grüße
    Arne

    • Hallo Arne,
      willkommen in meinem Blog und vielen Dank für deinen Beitrag.

      Die Geschwindigkeit wird in km/h angegeben, also z.B. 13,7km/h. Das Tempo wird in min/km angegeben und zeigt dir, wie viele Minuten du für einen Kilometer benötigst. Die 13,7km/h entsprechen 4,22min/km.

      Viele Grüße
      Bert

  • Hallo Bert,

    werden die Daten des Pulssensors auch mit geloggt und können später im Portal analysiert werden?

    Ich habe bei meiner Nike Uhr fest gestellt, dass die Uhr ohne Sensor auch leider etwas zu wenig anzeigt ( ca 3% der Strecke).

    Gruß
    Jochen

    • Hi Jochen,
      ja, die Pulsdaten werden auch übertragen und können anschließend analysiert werden. Ich muss aber sagen, dass ich die Nike Uhr schon eine ganze Weile nicht mehr verwende, da ich auf die Suunto Ambit 2 umgestiegen bin. Was sich zwischenzeitlich geändert hat, kann ich also nicht beurteilen.
      VG
      Bert

  • Hey,
    Ich laufe seit einem knappen Jahr mit der polar v800 und habe kein Problem mit dem GPS.
    Laufe ca. 4 mal die Woche mit der Uhr, auch durch Wälder und das GPS Signal ist in ca. 5 bis 10 sek. startklar.

  • Meine Nike+ Watch funktioniert nach 2 Jahren nicht mehr. Armband ging kaputt, schlechte GPS Verbindung usw. Ich werde nie mehr Nike+ Uhren kaufen. Reine Geldverschwendung!!! :((((

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