Saisonplanung Laufen 2017

Wie sieht meine Saisonplanung in 2017 aus?

Kennt Ihr Rodgau? Diesen Ort im Offenbacher Landkreis an der B45? Wenn Ihr diese Frage mit „Ja“ beantworten könnt, kommt Ihr entweder aus der Region oder Ihr seid Läufer. Denn abgesehen vom Rodgau 50, einem 50-Kilometer-Ultralauf, der immer am letzten Januar-Wochenende stattfindet, gibt es wohl nur sehr wenige Gründe, diesem Städtchen, dessen Reiz sich mir noch nicht so recht erschlossen hat, einen Besuch abzustatten. Der Rodgau 50 ist aber ein sehr guter Grund, insbesondere, wenn man Gelegenheit hat, zahlreiche Läufer vom #Twitterlauftreff wieder oder zum ersten Mal persönlich zu treffen. Der perfekte Lauf für den Start ins Laufjahr 2017, und der erste Ultra in meiner Saisonplanung.

Ultra oder doch nur ein langer Lauf?

Aber laufe ich wirklich einen Ultra oder doch nur einen langen Lauf? Denn wirklich trainiert bin ich nicht; man könnte eher sagen, dass ich sagenhaft gut unvorbereitet bin. Erst im Oktober eine gemeine Erkältung, die mir den Frankfurt Marathon versaut hat, dann ein noch fieserer Stein, der sich heimtückisch unter Blättern versteckte und der mir eine Bänderzerrung am Sprunggelenk und sechs Wochen Laufpause bescherte. Der letzte Lauf über 30 Kilometer Anfang Oktober, seitdem gerade mal zwei Läufe mit ziemlich genau 20 Kilometern, nur knapp 200 Laufkilometer in den letzten drei Monaten. Mal sehen, was geht, heißt daher die Devise. Einerseits spannend, andererseits gehe ich aber auch ohne jeglichen Druck an den Start, das macht den Kopf frei.

Das Highlight in 2017: Der Transalpine Run

Und noch etwas ist besonderes an diesem Wettkampf. Nach langer Zeit sehe ich Patrick wieder – meinen Teampartner für den Transalpine Run im September 2017. Den Zugspitz Ultratrail 2015 waren wir gemeinsam die ersten 25 Kilometer gelaufen, durch Kälte, Wind und vor allem Regen. Jetzt wollen wir gemeinsam 264,6 Kilometer und 15.957 Höhenmeter in sieben Etappen über die Alpen laufen – mein Saison-Highlight 2017. Die Unterkünfte haben wir bereits bequem über die Host GmbH gebucht, die ein Komplettangebot im Programm haben, bei dem man sich um nichts kümmern muss. Jetzt müssen wir nur noch ein bisschen trainieren. Aber in meiner Saisonplanung kommen einige schöne Läufe auf mich zu – ich bin zuversichtlich, dass ich bis zum September den einen oder anderen Kilometer gesammelt habe.

Saisonplanung 2017 – erstes Halbjahr

Nach 2016, wo ich mich voll und ganz auf den UTMB konzentriert habe und sonst keinen Wettkampf gelaufen bin, wird es in diesem Jahr ein bisschen abwechslungsreicher zugehen. Im März der Frankfurter Halbmarathon – dies war mein erster Wettkampf überhaupt. In 2012 habe ich dort meinen ersten Halbmarathon (in knapp zwei Stunden) bewältigt. 2013 lief ich ihn erneut und war ziemlich genau 20 Minuten schneller. Ich bin gespannt, was dieses Jahr drin sein wird, auch wenn ich kein Straßen- und auch kein Tempoläufer bin. Ende April geht es dann nach Detmold zum Hermannslauf. Ich freue mich auf diesen Wettkampf, denn ich werde wieder viele Freunde vom #Twitterlaufttreff treffen. Aber ein richtiger Wettkampf wird der Hermannslauf für mich wohl eher nicht werden. Zwei Wochen später geht es nämlich nach La Palma zum Highlight in der ersten Jahreshälfte, zum Transvulcania und mit 74,33 Kilometern und 4.350 Höhenmetern der erste richtige Ultralauf des Jahres.

Saisonplanung 2017 – zweites Halbjahr

Das zweite Halbjahr steht dann ganz im Zeichen des Transalpine Run, auf den ich mich besonders freue, denn ich habe bislang weder einen richtigen Etappenlauf noch einen Teamlauf gemacht. Nach dem Transvulcania werde ich zwei Wochen pausieren und dann an die Vorbereitung für den #TAR gehen. Mit dem Kreuzberg 50, einem Einladungslauf Ende Oktober, ist die Saisonplanung für dieses Jahr dann abgeschlossen. Der Kreuzberg 50 wird sicher sehr besonders werden und wird durch die begrenzte Teilnehmerzahl, die vielen tollen Menschen und das gemeinsame Laufen (die erste der insgesamt fünf Runden laufen alle zusammen) ein ganz eigenes Saison-Highlight und ein sicherlich mehr als würdiger Abschluss meines Laufjahres.

Die Sonne scheint zwar, aber es ist kalt

Aber noch stehen Patrick und ich nicht in Fischen im Allgäu am Start für die erste Etappe zum Transalpine Run. Auch die Commerzbank Arena des Frankfurter Halbmarathons ist nicht in Sicht oder das Hermannsdenkmal in Detmold. Und die Sonne wärmt nicht, wie sie es vermutlich auf der Vulkanroute von La Palma machen wird. Noch essen wir keinen Kuchen am Fuß des Kreuzbergs. Noch stehe ich in einem kleinen Waldstück im Offenbacher Landkreis, beim Start vom Rodgau 50. Die Sonne scheint zwar, aber es ist kalt.

Patrick und ich kurz vor dem Start zum Rodgau 50
Patrick und ich kurz vor dem Start zum Rodgau 50 – der erste Lauf meiner Saisonplanung 2017

Ich bin froh, als endlich der Startschuss fällt und sich das Feld in Bewegung setzt. Bereits auf dem ersten Kilometer merke ich, dass ich Patricks Tempo nicht mitgehen kann. (Bei unter 5 min/km wäre dieser Tag wohl spätestens nach Kilometer 15 für mich beendet gewesen.) Ich sage ihm, dass er laufen soll, ich muss mein eigenes Tempo finden. Ich will im Grundlagenbereich bleiben und pendle mich bei durchschnittlich 5,10km/min ein. Und das läuft erstaunlich gut. Ich laufe ohne Pulsmessung, einfach nach Gefühl. Es macht Spaß, ohne Zeitziel, ohne Kilometerziel einfach Runde für Runde abzuspulen. Die Stimmung ist wie immer beim Rodgau 50 grandios. Kurz vor dem Verpflegungszelt hat sich der #Twitterlauftreff positioniert und macht ordentlich Stimmung. An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank für den tollen Support; stundenlang bei dieser Kälte auszuharren, um uns Runde für Runde anzufeuern – einfach großartig.

Der Rundkurs macht einen Ausstieg leicht

Bis Kilometer 35 weiß ich noch nicht, ob ich die 10 Runden mit jeweils 5 Kilometer Länge zu Ende laufen werde. Die Beine werden langsam müde, auch wenn der Puls immer noch ruhig und konstant im Grundlagenbereich für sich hin puckert. Aber der Rundenkurs will es einem leicht machen – man steht nicht irgendwo in der Pampa, wenn man einfach mitten drin aussteigt. Dennoch: die 50 Kilometer voll zu machen, wäre schon irgendwie cool. Also: weiterlaufen. Ungefähr zur Mitte der Runde gibt es einen Wendepunkt und die Läufer kommen sich für ein paar Hundert Meter entgegen. Ich sehe Isabell wieder, die unter 4:30h laufen möchte. Ich warte kurz, mache ein Foto von Läufern in Wintersonne. Isabell schließt zu mir auf, wir verständigen uns und laufen gemeinsam weiter. Es läuft sich besser zu zweit. Jetzt ist klar, dass ich, dass wir die 50 Kilometer voll machen werden.

Perfektes Wetter beim Rodgau 50
Perfektes Wetter beim Rodgau 50

Eine Zeit unter 4:20h wäre möglich

Als wir die letzte Runde angehen, rechne ich kurz nach. Eine Zeit von unter 4:20h wäre möglich. Was war noch mal meine Bestzeit auf dieser Strecke? Waren es 4:19h oder doch 4:21h? Ich weiß es nicht. Für irgendwelche Zeiten bin ich ja nicht hier – eigentlich. Isabell sagt, dass mehr gerade nicht geht, als ich sie frage, ob sie noch zulegen könne. Ich bleibe bei ihr, bis wir das Zelt vom #Twitterlauftreff passieren und sich Chris uns anschließt, um mit Isabell die letzte Runde zu laufen. Meine Beine sind müde, aber ein bisschen mehr geht noch, und mit 4:19:31h passiere ich die Ziellinie.

Der Rodgau 50 war eine gute Wahl für die Saisonplanung 2017 und ein perfekter Start ins Jahr. Ein großes Familientreffen des #Twitterlauftreff, ein Wiedersehen mit meinem #TAR Partner Patrick. Und so ganz nebenbei habe ich meine Bestzeit in Rodgau um zwei Minuten verbessert.

Geschrieben von: Bert.

Saisonplanung 2017 und ein bisschen Rodgau 50 Ultra

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich sechs Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den UTMB, den Ultra-Trail du Mont-Blanc, der einmal um den höchsten Berg der Alpen führt.

Kategorie: Läufe
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2 Kommentare

  • Servus Bert,
    ist doch wieder ein rundes Jahr bei Dir. Natürlich freue ich mich besonders auf unseren gemeinsamen Lauf beim TAR, das wird ein Highlight! Eventuell kann ich mich im März noch für einen HM in Frankfurt begeistern, mal schauen wie die nächsten Läufe jetzt nach meinem Urlaub klappen.

    Ich wünsche Dir eine gesunde und erfolgreiche Saison 2017!

    • Hi Patrick,
      dank dir, mein Lieber. Der TAR wird der Knaller!
      Hoffentlich bis bald.
      Bert

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