Suunto Movescount

Ohne Suunto Movescount sind die GPS-Uhren wie die Ambit2 nur hübsche Accessoires

Über die Suunto Ambit2 ist bereits viel geschrieben worden, daher möchte ich mich in diesem Beitrag auf Suunto Movescount konzentrieren, die Web-Anwendung, ohne die auch eine Ambit2 nicht viel mehr ist als ein hübsches Accessoire. Dennoch vorab ein kurzer Abriss, warum ich mir diese GPS-Uhr gekauft habe und keine Garmin oder Polar. Wichtig waren mir:

  • ein schneller und zuverlässiger GPS-Empfang, denn da hat mich meine Nike+ Uhr mehr als nur einmal sprichwörtlich im Regen stehen lassen und auch nach mehr als 5 Minuten jeglichen Empfang standhaft verweigert;
  • eine lange Akkulaufzeit, denn meine Laufdistanzen sollen länger werden (gestern habe ich mich für den Zugspitz-Supertrail angemeldet, da ist man schon eine ganze Weile unterwegs);
  • exakte Höhenanzeige, denn auf der Ebene laufe ich eigentlich nie, und da ist es schon spannend zu wissen, auf welcher Höhe man gerade ist und wie viele Höhenmeter man heute gemeistert hat;
  • einfache Bedienung über Tasten, wenn ich unterwegs bin, denn da möchte ich nicht auf Touchscreens rum hauen, was gerade im Winter, wenn man Handschuhe trägt, einfach nur nervt;
  • sehr gute Verarbeitungsqualität.

Kurz: All diese Punkte erfüllt die Ambit2 mit Bravour. Insbesondere der GPS-Empfang ist selbst bei Regen und dichtem Nebel dermaßen schnell, dass man nicht mal Zeit hat, die Schnürsenkel nachzuziehen. Längstens musste ich mal ca. 20 Sekunden warten, in der Regel wird das Signal innerhalb von 10 Sekunden gefunden. Darüber hinaus ist das GPS sehr genau: Beim Frankfurter Silvesterlauf über 10km, der exakt vermessen ist, zeigte die Ambit2 im Ziel ebenfalls exakt 10km, und die handgestoppte Zeit stimmte ebenfalls exakt mit dem offiziellen Ergebnis überein. Dass mit meiner Sunnto am Anfang leider trotzdem nicht alles rund lief, kann man hier nachlesen, als ich unfreiwillig den (soviel sei schon hier verraten) sehr guten Suunto Support testen durfte. Nun aber zur Web-Anwendung Suunto Movescount.

Individuelle Trainingsmodi in der Web-Anwendung Movescount einstellen

Sämtliche Trainingseinstellungen müssen über Suunto Movescount vorgenommen werden, die dann anschließend mit der Uhr synchronisiert werden. Beim Mac findet sich hierfür ein rotes „M“ oben rechts neben der Datumsanzeige (beim PC wird dies vermutlich irgendwo unten rechts zu finden sein). Wenn man die Uhr mit dem Rechner verbindet, synchronisiert sie sich automatisch und lädt die Trainingsdaten in den persönlichen Suunto Movescount Account, den man vorab erstellen muss.

Dass sich z.B. auch Intervalltrainings nicht an der Uhr selbst einstellen lassen, ist für mich kein Problem, da man sämtliche Varianten vorab über die „Individuellen Trainingsmodi“ einstellen kann. Derzeit habe ich zwei Intervall-Trainings installiert, für 400 Meter und für 1000 Meter. Wenn dann noch 2000 Meter oder 3000 Meter dazukommen sollen, richte ich diese einfach vorab über Suunto Movescount ein und synchronisiere die Einstellungen mit der Ambit2. Und die Einstellungen lassen sich sehr exakt und sehr individuell einstellen, nicht nur für’s Intervalltraining:

Individuelle Trainingsmodi im Suunto Movescount einstellen.
Individuelle Trainingsmodi im Suunto Movescount einstellen. Hier als Beispiel mein 400 Meter Intervalltraining. (Für eine große Darstellung des Bildes einfach darauf klicken und dann über das Icon oben rechts vergrößern.)

In den „Erweiterten Einstellungen“ nimmt man, wie man im Screenshot sieht, die Einstellungen passend zur Aktivität vor: Soll die Herzfrequenz gemessen werden, sollen Intervalle trainiert werden, wie genau soll die GPS-Messung sein …? Anschließend wählt man aus, welche Anzeigen auf der Uhr, in meinem Fall die Ambit2, angezeigt werden sollen. Die Anzeigen kann man dann während des Laufs durchschalten. Wie man sieht, stehen bis zu acht unterschiedliche Bildschirmanzeigen zur Verfügung, die jeweils oben und in der Mitte mit einer Anzeige, unten mit bis zu fünf Anzeigen belegt werden können. Mehr als drei unterschiedliche Bildschirmanzeigen hat keiner meiner Trainingsmodi.

Welche Anzeigemöglichkeiten gibt es? Hierfür klickt man einfach auf den blauen Pfeil, woraufhin die folgenden Menüs geöffnet werden, die ich in einem Bild zusammengefasst habe:

Die Anzeige der Suunto Ambit2 für den individuellen Trainingsmodus einstellen
Die Anzeige der Suunto Ambit2 für den individuellen Trainingsmodus einstellen: Vom Tempo über die Herzfrequenz, die Höhe, Temperatur etc. ist alles dabei. (Für eine große Darstellung des Bildes einfach darauf klicken und dann über das Icon oben rechts vergrößern.)

Eigene Moves: Anzeigetafel und Auswertung

Die absolvierten Trainings sind unter „Eigene Moves“ zu finden. In der Übersicht sieht man, was man z.B. im ausgewählten Monat geleistet hat:

Übersichtsdarstellung der Eigenen Moves.
Übersichtsdarstellung der Eigenen Moves. (Für eine große Darstellung des Bildes einfach darauf klicken und dann über das Icon oben rechts vergrößern.)

Beim Klick auf eines der Icon kann man sich das jeweilige Training im Detail ansehen. Hier werden sämtliche Daten anzeigt, also auch die Informationen, die man nicht für die Bildschirmanzeige ausgewählt hatte. Dies ist auch ein Grund, warum ich mich auf maximal drei Bildschirmanzeigen beschränkt habe, denn meine verbrauchten Kalorien interessieren mich während des Laufs herzlich wenig.

Detailansicht eines "Moves".
Detailansicht eines „Moves“. (Für eine große Darstellung des Bildes einfach darauf klicken und dann über das Icon oben rechts vergrößern.)

Fazit: Überzeugt das Bedienkonzept von Suunto Movescount?

Dass man sich, wie bei jeder neuen Anwendung oder Software, erst mal damit beschäftigen muss, liegt auf der Hand und ist auch bei Suunto Movescount nicht anders. Wenn man einmal das Bedienkonzept verstanden hat – was nicht lange dauert -, überzeugen vor allem die individuellen Trainingsmodi, die man exakt auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Auch die Ambit2 ist in puncto Bedienkomfort in meinem Augen ganz vorne mit dabei. Einzig eine deutlichere Anzeige, dass man noch im Pause-Modus ist, würde ich mir wünschen, denn da bin ich unterwegs schon zwei, drei mal einfach wieder losgelaufen, ohne dass ich wieder auf „Start“ gedrückt hatte. Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.
Geschrieben von: Bert

Suunto Movescount – Wie benutzerfreundlich ist die Anwendung?

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Tests
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6 Kommentare

  • Ich denke auch aktuell darüber nach, ob ich mir eine GPS-Uhr kaufe. Ich hantiere bislang immer noch mit meinem Smartphone und runtastic rum, was aber auf Dauer einfach nicht geht, weil der Akku halt sehr schnell zuneige geht und das Handy sollte ja für den Notfall immer noch benutzbar sein.

    Mir wurde jetzt tatsächlich von zwei Leuten diese Uhr empfohlen .. eventuell muss ich mir die mal bestellen und ausprobieren. Du scheinst ja von ihr überzeugt zu sein. 😉

  • Was die Uhr betrifft kann ich dir nur voll zustimmen, was allerdings Movescount betrifft nicht, diese Software hat einen entscheidenden Nachteil, man kann keine 2 Herfrequenzzonen einstellen und dies sollte ein absolutes muss sein, denn der Rad- zum Langlaufpuls variiert um 10 Schläge, also verfälscht es ein ganzes Training, außer man stellt immer um, aber das kann nicht im Sinne einer 400€ Uhr sein. Weiters Arten die Updates immer in einer Wartezeit von 1-2 Tagen aus und das ist so nicht zu akzeptieren.
    LG Wolfgang

    • Hallo Wolfgang,
      sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber mein sonst recht zuverlässiger Spam-Filter hatte deinen Beitrag falsch einsortiert. Erst mal: Vielen Dank für dein Feedback. Ich kann das Problem gut nachvollziehen, auch wenn es mir (als Läufer ohne Radfahrambitionen) bislang nicht aufgefallen ist. Ich habe meine Pulszonen fürs Laufen im Kopf (per Leistungsdiagnostik ermittelt), so dass ich beim Training einfach hin und wieder einen Blick auf die Uhr werfe, um zu kontrollieren, ob ich mich für das jeweilige Training im richtigen Bereich befinde.
      VG
      Bert

  • Hallo, danke für die Infos. Was mir leider immer ein bisschen sauer aufstößt ist das ich meine ganzen Daten ins Netzt senden muss. Bewegungsprofil ist mir ja im Zweifel noch egal – ich verwende im Moment nur GPS an einer Nike+. Aber meine Pulsdaten (quasi Langzeit EKT) will ich nicht hergeben. Ist „Euche“ eine Software bekannt die die Daten Offline verarbeiten kann?

  • Servus, Bert, ich nutze die Ambit 2R nun schon länger und finde das Gerät überragend gut. Zuverlässig, simpel, flexibel, nicht überfrachtet. Damit das auch gesagt ist. Allerdings habe ich bisher beim Radfahren oder auch Laufen / Wandern auf die angezeigten Höhenmeter in der ersten Anzeige geachtet, die die Trainingszusammenfassung darstellt. So auch bei unserem vorgestrigen Trip mit dem Radl, Anstieg 602 hm, Abstieg 605 hm – bis dahin alles ok – und die Anzeige, die ich immer betrachtet habe. Auf die Rundenwerte schaue ich normalerweise nur auf der Bahn bei Laufen, und da sind die hm unerheblich, da nicht anwesend. Nun waren Vorgestern zu meiner kompletten Überraschung in der Rundenanzeige der Radtour (1 Runde) 780 hm in Anstieg und 787 hm im Abstieg verzeichnet. Wie habe ich die beiden unterschiedlichen Werte mit knapp 200 hm Differenz aufzufassen? Peace, Trailpicss

    • Servus,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Entschuldige die späte Rückmeldung, ich komme aktuell kaum zu meinem Blog (leider). Verstehe ich dich richtig, dass du die selbe Strecke zweimal mit deiner Ambit „vermessen“ hast und diese unterschiedlichen Werte bei den Höhenmetern bei raus kamen? Wenn ich Strecken nachlaufe, die mit älteren GPS-Geräten aufgezeichnet wurden, habe ich häufig solche Abweichungen. Bei dem gleichen Device ist das aber schon merkwürdig. Wirlich erklären kann ich es mir nicht. Mal bei Suunto direkt nachfragen?

      Viele Grüße
      Bert

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