inov-8 Terraclaw 220 im Test

Der Terraclaw 220 ist ein typischer inov-8: flach, leicht, komfortabel

Wer öfter hier vorbeischaut, weiß, dass ich inov-8 mag. Die Marke ist mein Favorit, wenn es um Trailschuhe geht. Und auch mit dem Terraclaw 220 hat inov-8 genau meinen Geschmack getroffen: flaches Profil, breiter Vorfußbereich, flexible Fersenkappe.

Dennoch betrachte ich die Entwicklungen bei inov-8 auch ein bisschen mit Sorge, denn der Hersteller aus dem englischen Städtchen Staveley entfernt sich immer weiter von seinen Ursprüngen. Auf dem Höhepunkt des Natural Running gab es wenigstens vier Schuhe im Programm, die keinerlei Sprengung hatten. Heute ist bei drei Millimetern Schluss, einen niedrigeren Absatz bekommt man bei inov-8 nicht mehr. Die meisten Schuhe haben mittlerweile eine Sprengung von vier oder acht Millimetern. Marken müssen sich und ihr Portfolio weiterentwickeln. Aber ob der neue Roadclaw 275, der auch von Asics stammen könnte, die richtige Entwicklung ist, glaube ich nicht. Aber so lange inov-8 Schuhe wie den Terraclaw 220 auf den Markt bringt, können sie von mir aus auch einen Roadclaw 375 in ihr Portfolio aufnehmen. Denn der Terraclaw 220 ist ein richtiger guter Trailschuh.

Perfekt für kürzere Distanzen

Erst dachte ich, der Terraclaw 220 wäre eine Variante vom Race Ultra 270 mit mehr Grip. Beide haben vier Millimeter Sprengung, verfügen über ein sechs Millimeter Fußbett und den Standard Fit, der den Zehen im Gegensatz zum Precision Fit viel Raum lässt, um sich ordentlich zu spreizen. Aber trotz der identischen Daten sind es sehr unterschiedliche Schuhe. Während der Race Ultra 270 sehr komfortabel ist und seinem Namen alle Ehre macht, ist der Terraclaw ungleich härter und eignet sich primär für kürzere Distanzen mit bis zu 20 Kilometern. Eine Rockplate schützt den Fuß zwar vor spitzen Steinen, aber der Untergrund ist deutlicher spürbar, die Dämpfung geringer.

Der Terraclaw 220 macht schnell

Was bei langen Distanzen von Nachteil ist, macht auf kurzen Trails richtig Spaß. Denn der Terraclaw 220 macht schnell. Zum einen ist er sehr leicht, zum anderen hat die Sohle mehr Grip als die vom Race Ultra 270, so dass man mit mehr Zutrauen auch steilere Downhills mit fliegenden Armen herunterstürmt. Die Sohle eignet sich wirklich – da verspricht die Werbung von inov-8 nicht zu viel – für jedes Terrain: harte Forstwege, matschige Singletrails, Wiesen. Da die Noppen schön weit auseinander stehen, sammelt sich kein Matsch zwischen ihnen. Auch die Haltbarkeit von Sohle und Außenmaterial ist auch nach über 150 gelaufenen Kilometern sehr gut. Eine Abnutzung ist nur leicht an der Sohle zu sehen, aber nur wenn man genau hinsieht. Noch ein Wort zur Schnürung, die ein bisschen außergewöhnlich daherkommt: Ich habe keinen Unterschied zu einem herkömmlich geschnürten Trailschuh bemerkt, weder positiv noch negativ. Der Terraclaw 220 sitzt fest am Fuß.

Der Terraclaw 220 ist ein toller Trailschuh für kürzere Distanzen von bis zu 20 Kilometern. Und ich hoffe sehr, dass inov-8 auch weiterhin Trailschuhe wie den Terrawclaw 220 herausbringt. Trailschuhe, für die die englische Marke steht: flach, leicht, schnell.

Der inov-8 Terraclaw 220 Reddot Award
Der inov-8 Terraclaw 220 wurde mit dem Reddot Design Award 2015 ausgezeichnet.
Breiter Vorfußbereich.
Der breite Vorfußbereich lässt den Zehen viel Raum.
Weicher Fersenbereich.
Der weiche Fersenbereich ohne harte Endkappe beugt Irritationen an der Achillessehne vor.
Die Sohle des Terraclaw
Die Sohle des Terraclaw sorgt für Gripp auf fast allen Untergründen.
Die Noppen stehen weiter auseinander.
Die Noppen stehen weiter auseinander, so dass sich hier kein Matsch ansammeln kann.

Geschrieben von: Bert.

Terraclaw 220 im Test: Perfekt für schnelle, kurze Trails

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Tests
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14 Kommentare

  • Danke, muss ich mir mal genauer anschauen den Schuh.

    • Mach das – ein super Schuh. Bin immer noch sehr begeistert.
      Viele Grüße
      Bert

  • Schöner Test!
    Inov-8 hatte ich bisher noch nie am Fuss, obwohl die vom Design teils schon sehr geil aussehen;)
    Die Sprengung ist für mich eher weniger ein Problem, aber dass das einige stört lese ich immer öfter…

    • Dank dir! Probiere mal einen inov-8 aus, gerade der breite Vorfußbereich macht sie sehr bequem.

      Viele Grüße
      Bert

  • Hallo Bert,

    super Testbericht, dessen Ergebnisse ich nur unterstreichen kann, nachdem ich den Schuh nun einige Zeit im Einsatz habe!
    Sportliche Grüße,
    Mario

    • Hallo Mario,
      dank dir! Freut mich, dass sich unsere Erfahrung vom inov-8 decken.
      Viele Grüße
      Bert

  • Hallo Bert,
    danke für deinen Bericht über den Terraclaw 220! Ich bin noch am überlegen ob ich mir diesen oder doch den Terraclaw 250 holen werde.
    Viele Grüße
    David

  • Hallo Bert,

    Ich suche einen neuen Inov8 Schuh. Entweder den Race Ultra 270 oder den terraclaw 220. mein laufdistanzen sind z.zt. Max. 20 km. Bin mir nur unsicher, da ich gemischten Gelände laufe, d.h 50% Asphalt. Kann man mit dem terraclaw gut auf Asphalt laufen? Oder doch dann lieber den Race Ultra?

    Danke & Viele Grüße
    Alex

    • Hallo Alex,
      dann würde ich dir den Race Ultra 270 empfehlen. Terraclaw ginge sicherlich auch, ist aber bezogen auf die Dämpfung noch knackiger. Bei 50% Asphalt ist der Race Ultra einfach komfortabler.
      Viele Grüße
      Bert

  • Hallo Bert, ich mag Inov-8 auch gern und möchte meine Schuhsammlung aufstocken. Momentan besitze ich den Trailtalon 250 mit dem ich im Mittelgebirge bis ca. 20km unterwegs bin. Für längere Strecken hab ich noch ein Pearl Izumi „Sofa“, der aber nicht all zu viel Grip hat.
    Jetzt will ich nächstes Jahr beim Glockner-Trail starten und suche dafür einen griffigen, komfortabelen Schuh. Wie du auch schon angemerkt hast, geht es bei Inov-8 immer mehr Richtung 8mm Sprengung. Ich bin froh, dass ich mit 4-6mm gut zurecht komme.
    Deswegen meine Frage: Kannst du eins der wenig gedämpften 4mm-Modelle (hier Terraclaw bzw. X-Talon, X-???) auch für längere Distanzen empfehlen? Hab schon überlegt die 6mm-Einlegesohle zu kaufen und so die Dämpfung zu erhöhen. Danke & Grüße

    • Hallo Katja,

      leider nein. 4mm bedeutet bei inov-8 automatisch, dass die Dämpfung geringer wird. Das kann auch auf einem Ultra funktionieren – ich bin den UTMB komplett mit dem Race Ultra 270 gelaufen. Ich laufe mittlerweile auch Altra-Schuhe sehr gerne. Die haben alle Zero-Drop, also gar keine Sprengung. Sehr komfortable, gerade bei langen Strecken.

      Viele Grüße
      Bert

      • Hallo Bert,
        danke für deine Antwort. Hab mich jetzt mal durch das Inov-8-Sortiment gekämpft und nach meinen Kriterien (Sprengung, Dämpfung, Rockplate, Stollenlänge) selektiert. Dabei bin ich in meinem Schuhschrank auf einen alten, aber wenig gelaufenen, Trailroc 255 gestoßen. Der kommt meinen Vorstellungen recht nahe, obwohl ich ihn etwas steif in Erinnerung habe. Ich werde ihm jetzt erstmal eine Chance geben. Mal sehen ob sich bis Juli noch etwas anderes auftut. Altra schaue ich mir mal an.
        Danke & Grüße.

  • Heey Bert,

    ich bin durch Google auf dein Beitrag gelandet.
    Ich wollte mir jetzt Laufschuhe zulegen aber weiß leider nicht welche geeignet sind für Anfäger (Bin vorher seeeeehr selten gelaufen bin eher der Radfahrer) ist der Schuh auch gut für Anfäger für Leute die normal auf der Straße laufen also nicht im Wald ?

    LG

    • Hallo Ousama,
      der Schuh wird leider nicht mehr hergestellt, im Sale sind aber noch einzelne Exemplare zu finden. Generell eignet sich der Schuh aufgrund der minimalen Dämpfung eher nicht für Fersenläufer. Kurze Straßenpassagen sind kein Problem, aber es ist ein Trailschuh und nutzt sich auf Asphalt rasch ab.
      VG
      Bert

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