Warum mein Blog auf einmal „Trailgrip“ heißt. Oder: Warum ich Trailrunning liebe.

Das erste Mal hier in meinem Blog zum Thema Trailrunning? Dann kannst du diesen Beitrag getrost überspringen. Wenn du magst. Kannst ihn natürlich auch lesen. Wenn du magst. Schon mal hier gewesen und ein wenig verwundert, warum das Blog nicht mehr „Bert rennt“, sondern so komisch englisch Trailgrip heißt? Hier ist die Erklärung.

Ein gutes Jahr ist dieses Blog jetzt am Start

Als ich vor einem guten Jahr dieses Blog gestartet habe, hatte ich gerade meinen ersten Marathon in Mainz gefinished und wurde langsam so richtig von der Laufsucht gepackt. Warum nicht darüber schreiben?, dachte ich. Irgendwann einmal hat man ja am Deutschen Literaturinstitut studiert und Spaß am Schreiben gehabt. Bis man dann die ganze Zeit beruflich so komischen Marketingkram geschrieben hat. So ein Blog wäre doch die Gelegenheit, einfach mal wieder nur aus Spaß zu schreiben und vor allem über Dinge, die einen wirklich interessieren. So ging’s los, zu einer Zeit, als ich sowohl auf topfebenen Asphalt als auch im Wald trainierte.

Den Wald und die Natur erlaufen

Der Asphalt wurde immer weniger und weniger, ich liebte nicht mehr nur das Laufen, sondern auch den Wald immer mehr, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Kann es etwas Schöneres geben, als bei einem Sommerregen, der auf das Blätterdach prasselt, durch das satte Waldgrün zu laufen? Oder im Herbst mit den Stollen das Laub zu durchfegen? Im Winter die ersten Spuren im Schnee zu hinterlassen, weil sonst keine Sau oder vielmehr kein Mensch bei diesem Wetter in den Wald geht? Oder im Frühling zu erleben, wie es langsam am Wegesrand von Tag zu Tag immer grüner wird? Donnerwetter, das war jetzt verdammt pathetisch. Aber so ist es nun mal. Daher: Trailrunning, kein Interesse mehr an Asphalt, Straße und Stadt. Was spricht noch für’s Trailrunning?

Trailrunning ist für mich Entschleunigung

Ich laufe gerne schnell und versuche die Wettkämpfe, an denen ich teilnehme, so gut und so fix zu beenden, wie es mir möglich ist. Ich möchte mich aber nicht der Hatz nach der nächsten Bestzeit hingeben. Stress und Druck hat man schließlich schon im beruflichen Alltag genug. Beim Trailrunning, das für mich auch Ultrarunning mit einschließt – die schönsten Trailrunning-Wettkämpfe gehen nun mal über sehr lange Distanzen –, geht es darum, die Natur zu erleben, Grenzerfahrungen zu machen und somit sich selbst besser und manchmal auch neu kennenzulernen. Natürlich freue ich mich, wenn ich mit einer guten und auch gewünschten Zeit ins Ziel komme. Und darüber, dass ich den Zugspitz Supertrail im ersten Drittel der Finisher gepackt habe, bin ich immer noch stolz. Aber das Erlebnis an sich steht stärker im Vordergrund als das Überqueren der Ziellinie selbst oder irgendeine Platzierung. In gewisser Weise ist Trailrunning für mich eine Art Entschleunigung oder Meditation, obwohl ich versuche, so schnell wie möglich voran zu kommen.

Auch praktische Gründe sprechen gegen das Asphaltlaufen

Abgesehen davon sprechen bei mir auch ganz praktische Punkte für’s Trailrunning – mein Wohnort. Von meiner Haustür aus laufe ich 100 Meter Asphalt, dann 500 Meter über einen Wiesenpfad, und schon bin ich im Wald, von wo aus ich endlos über Waldwege und Trails bergauf und bergab laufen kann. Unter 300 Höhenmeter hat bei mir kein Lauf. Wenn ich eben auf Asphalt trainieren möchte, müsste ich entweder sechs Kilometer ins Tal runter laufen und nach der Trainingseinheit dann wieder hoch. Oder ich müsste mit dem Auto fahren, was irgendwie keinen Sinn macht, wenn der Wald einem direkt vor der Nase liegt. Also lieber Trailrunning als Straßenmarathon.

Diese Auffassung von Trailrunning passt für mich mit „rennen“ nicht so richtig zusammen. Darum „rennt“ Bert nicht mehr, auch wenn er rennt. Verwirrend? Ein bisschen schon. Zudem wollte ich, wenn sich in meinem Blog nun alles ums Trailrunning drehen soll, auch im Domainnamen einen direkten Bezug herstellen. „Trailrunning“ selbst war überraschenderweise schon vergeben. Trailgrip gefällt mir ganz gut und spielt auf den Grip, also die Haftung der Trailschuhe, an, aber auch auf die Leidenschaft selbst, die mit Haut und Haar an einem haftet und von der man nicht mehr loskommt. Daher Trailgrip.

Trailgrip - Trailrunning

Geschrieben von: Bert

Trailrunning-Blog: Trailgrip – neuer Name, gleicher Inhalt

Bert

Seit August 2011 laufe ich durch den schönen Odenwald im Süden Hessens. Am liebsten bin ich auf Trails unterwegs, die gerne über 30 Kilometer lang sein dürfen. Mittlerweile bin ich neun Ultratrails gelaufen – von 60 bis 170 Kilometern, von 2.500 bis 10.000 Höhenmetern. Zuletzt den Cape Wrath Ultra, der mich in acht Etappen von Fort William bis nach Cape Wrath geführt hat.

Kategorie: Dies & Das
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6 Kommentare

  • Ahoi!

    Finde ich Super, dass dann Blog jetzt Trailgrip heißt!

    Gruß der Trailpirat

    dertrailpirat.de

  • Super Name, nachvollziehbare Entscheidung. Bleibt auf den sozialen Kanälen alles beim Alten oder muss ich irgendwas neu abonnieren?

    • Hallo Axel,
      dank dir. Freut mich sehr, dass der neue Name dir gefällt. Lange gesucht, viel ausprobiert, ein bisschen unsicher bis zuletzt. Sonst bleibt alles beim Alten – zu viele Veränderungen auf einmal müssen ja auch nicht sein 😉
      Viele Grüße
      Bert

  • Hi Bert. Domain passt, RSS Reader Abo umgeschrieben und gut.
    Danke übrigens für die Inov-8 Reviews … Ich hatte zwar schon ein paar von den superflachen Strassenrennern, aber mir nie besonders viel Kopf drum gemacht was es da noch so gibt. Und auch dank deines Blogs renne ich zur Zeit nur noch in Inov-8’s.
    Der „vegane Anteil“ hier gefällt mir übrigens ebenfalls sehr, nicht nachlassen damit.
    Daumen hoch und weiter so.

    • Hallo Oliver,
      vielen Dank für deinen Beitrag und dein Feedback zu meinen Blog. Freut mich sehr!
      Viele Grüße
      Bert

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